Adios Suedamerika
Oase Huacachina
Denkt man an Peru, hat man Berge und Regenwald im Kopf. Daher ueberrascht es sehr, wenn ploetzlich riesige Sandduenen mit Oase auftauchen. Schon hat man das Gefuehl, eher in der Sahara als in Peru zu sein. Bis auf einen kleinen Teil im Norden ist die ganze Kueste Perus staubtrocken. Grund dafuer ist der kalte Humboldt-Meeresstrom vor der Kueste, der ein Aufhitzen der Luft ueber dem Meer und damit Niederschlag verhindert.
Die Hauptattraktion an dem Ort ist eine Sandbuggytour und Sandboarden. Mit diesem Hoellengefaehrt rasten wir die Duenen rauf und runter, wobei es nicht leicht war, die Fahrt zu geniessen, weil unser Fahrer das Ganze anscheinend mit einem Computerspiel verwechselte...
Cooles Sandboard-Poserfoto, bevor man sich auf den Bauch legt und schreiend die Duenen runterbremst...
Nach Regenwald, Grossstadt und Hochgebirge ein weiterer Kontrast: Wueste...
...mit Sonnenuntergang...
In der Gegend um Huacachina waechst ueberraschenderweise auch was, z.B. Trauben. Daraus macht man hier neben Wein auch einen Schnaps namens Pisco. Wir haben uns eine Brennerei angeschaut und dabei verschiedene Sorten probiert. Fazit: Kann man an der Tankstelle auch billiger kriegen...
Lima
Es ist nicht verwunderlich, dass es keine Redewendung "schoen wie Lima" gibt. Die knapp 10 Mio. Einwohner- Metropole, in der jeder dritte Peruaner wohnt, hat das ausgesprochene Pech, nur fuer 3 Monate im Jahr die Sonne zu sehen; den Rest ueber liegt es unter einer Depression verursachenden grauen Decke aus Dunst, Wolken und Smog. Hier unser bestes Foto von Lima...
So darf es uns die Stadt nicht uebel nehmen, dass wir nach zwei Tagen ins Hochland fluechteten, genauer gesagt in den kleinen Bergort Canta auf 2830 m. Hier findet man genau das, was man in Lima so sehr vermisst: gute Luft und blauen Himmel...
Kleine Wanderung mit Picknick im Freien. Unser Abschied von den Anden...
Puenktlich zum Viertelfinale kamen wir wieder nach Lima zurueck und schauten uns das Spiel mit anderen Leuten im Hostel an. Danach feierten wir ausgelassen den grandiosen Sieg in der hosteleigenen Bar. Um 11 Uhr vormittags wohlgemerkt...
Wusstet ihr, dass...
* man in Peru mit Sonnen zahlt? Fuer ein Bier z.B. muss man 7 Sonnen (Soles) hinblaettern.
* man hier an einigen Orten abends kein Salz mehr kaufen kann? Es herrscht der Aberglaube, dass dies dem Verkaeufer Unglueck bringt. Der Ladenbesitzer in Canta umging es clever, indem er uns einfach ein kleines Tuetchen schenkte.
* Perus Hauptexportgut im 19. Jh. 30 Jahre lang Vogelscheisse war? Der von Millionen Seevoegeln zurueckgelassene Guano ist salpeterhaltig und wurde hauptsaechlich nach Europa exportiert, wo man ihn als Duenger in der Landwirtschaft einsetzte.
Nach knapp 6 Monaten Suedamerika geht´s Mittwoch Abend wieder Richtung Heimat. Am Donnerstag haben wir noch Zeit, uns New York anzuschauen, bevor wir am Freitag in einer Lufthansa-Maschine wieder in die bayerische Hemisphaere eintreten.
Ein paar Dinge gibt es, die wir sicher nicht vermissen werden:
einheimisches Bier, Elektroduschen (die einem hin und wieder einen Stromschlag verpassen), ewige Busfahrten auf schlechten Strassen, dazu billige Actionfilme aus China oder nervige Cumbia-Musik in voller Lautstaerke, immer diesselbe Kleidung, alle paar Tage Rucksack packen, den Standard-Vegetarierteller auf dem Land (Reis, Pommes, Ei und drei Salatblaetter), hupende Taxifahrer, die sensationsgeilen Titelblaetter der Boulevard-Zeitungen mit taeglichem Mord und Totschlag, schlechte Matrazen und Instant-Kaffee...
Doch all diese Dinge nimmt man gerne in Kauf, um dieses wunderschoene Fleckchen Erde zu bereisen. Hier findet man eine landschaftliche Abwechslung, wie man sie so wohl selten findet: Kueste, Regenwald, Schneegipfel, Wueste, Canyons, Hochebene, Lagunen, Salzwueste, Vulkane, Seen und natuerlich die grandiose Bergwelt der Anden.
Dazu froehliche und hilfsbereite Menschen, die immer offen fuer einen Ratsch waren und uns freundlicherweise - entgegen aller Vorhersagen - bis auf 30 Dollar nichts geklaut haben.
Das war´s mit den Reiseberichten, aber bevor ihr die Seite schliesst, schaut doch noch in das gleichnamige Album und in den Outtake-Ordner mit Bildern, die es aus verschiedensten Gruenden nicht auf diese Seite geschafft haben.
Schoen war´s Suedamerika, hasta luego!
Lena & Barni