La Paz & Condoriri-Trek
La Paz
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens (offizielle Hauptstadt ist Sucre) und liegt in einem Talkessel auf 3500 - 4000 m. Es ist unserer Meinung nach der denkbar unguenstigste Ort, um eine Millionenstadt zu bauen. Kein Fleckchen ist eben, ueberall geht´s rauf und runter und jeder Quadratmeter Hang ist bebaut. Die alten Stadtbusse quaelen sich die Strassen hinauf und huellen Fussgaenger in dunkle Abgaswolken.
Dennoch ist La Paz eine interessante Stadt, gerade wegen ihrer ungewoehnlichen Lage. An sonnigen Tagen sieht man den Illimani (6462 m) hoch ueber La Paz thronen...
Einmal im Jahr findet in La Paz das Fest "Gran Poder" statt, ein Umzug etwas groesseren Ausmasses. Wir freuten uns schon auf das Spektakel und waren vorgewarnt. Zitat eines Schweizers: "Passts bloss auf, da kommen extra Diebe aus Peru mit Bussen angereist, die reissen euch sogar die Ohrringe aus den Ohren!".
Puenktlich um 9 Uhr postierten wir uns vor unserem Hotel, um ja nichts zu verpassen. Ein unendlicher Strom von kostuemierten Gruppen und Blasorchestern tanzte und marschierte durch die Strassen. Jedoch war der Umzug nicht nach 2 Stunden vorbei, wie man es erwartet haette, auch nicht nach 5 oder 7 Stunden, nein, ganze 12 Stunden dauerte der Aufmarsch dieser bolivianischen Duracell-Hasen.
La Paz ist bekannt fuer seinen Hexenmarkt, auf dem man Skurrilitaeten der unterschiedlichsten Art kaufen kann. Monolithen, Mittelchen gegen Impotenz, Rheuma, Liebeskummer und sogar gegen Aids, Kraeuter, Tinkturen, Hufeisen, Raeucherstaebchen, individuell zusammengestellte Opfergabenteller...
... oder Lamafoeten. Wer vorhat, sich ein Haus zu bauen, graebt an jener Stelle einen Foetus ein, das bringt Glueck! Kleiner Tip fuer zukuenftige Haeuslbauer...
La Paz ist eigentlich ein einziger grosser Markt. Ganze Viertel sind vollgespickt mit kleinen Staenden, die von Stoffen ueber Werkzeuge bis Essen alles verkaufen.
Der beste Start in den Morgen: ein Glas frisch gepresster Orangen- oder Grapefruitsaft.
Dank eines Tips des frueheren Langzeitreisenden und jetzigen Arbeitsvermittlers M.B. machten wir einen Abstecher ins nahe gelegene Valle de la Luna (Mondtal). Den Namen hat das Tal aufgrund seiner seltsamen Steinformationen...
Condoriri -Trek
Ausgangspunkt des 3-taegigen Treks durch die Cordillera Real ist das kleine Doerfchen Tuni auf 4500m, ca. 1 1/2 Stunden von La Paz entfernt. Da Teresa als treibende Kraft gefehlt hat, gingen wir diesmal mit Bergfuehrer und Esel.
Auf dem Weg zum ersten Zeltplatz....
Bereits am ersten Pass haben wir Roque, unsern guide, geschafft. Keuchend legte er sich auf einen Fels und fiel in einen komaartigen Erholungsschlaf. Der Gute war wohl die Hoehe nicht gewoehnt...
Am naechsten Morgen: Vorbei an der Laguna Juri Kota...
... und ueber ausgedehnte Schotterfelder...
... bis wir endlich den Gipfel des Cerro Negro auf 5100m erreichten. Kuul!
Die zweite Nacht haben wir an der wunderschoenen Lagune Chiar Kota gezeltet (siehe auch Album), die am Fusse des Condoriri liegt. Der Berg heisst dehalb so, weil er einem Kondor aehnelt, der gerade seine Fluegel zum Abflug ausbreitet.
Nach einem 4900m Pass wanderten wir durch ein weiteres Tal zurueck nach Tuni. Den Berg im Hintergrund habt ihr bestimmt schon erkannt. Genau, es ist der Huayna Potosi, den ihr ja schon vom vorletzten Artikel kennt.
Kurz vorm Ausgangs-/Endort Tuni: die gleichnamige Lagune.
Das war unsere letzte Wanderung in Bolivien, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Peru machten.
Und hier wieder unsere Rubrik "Wusstet ihr schon, dass..."
* Praesident Evo Morales in einer offiziellen Rede behauptet hat, dass uebermaessiger Hendlverzehr schwul macht?
* eine ordentliche Hochzeit 3 Tage dauert und es Paten fuer alles moegliche gibt, z.B. den Bierpaten, den Kuchenpaten oder den Bandpaten? Dieser muss natuerlich fuer die jeweiligen Sachen aufkommen.
* der Glaube herrscht, dass man vom Erschrecken krank wird? Beim Schreck verlaesst naemlich die Seele den Koerper und es kommt noch schlimmer, es kann sogar eine neue einziehen. Um das zu verhindern, muss man am Ort des Erschreckens laut seinen Namen rufen.
* Bolivien seinen Namen von Simon Bolivar hat, einem Venezuelaner, der in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts die Hauptfigur in der Befreiung Suedamerikas von der spanischen Kolonialherrschaft war? Auch die Waehrung ist nach ihm benannt: man zahlt mit Bolivianos.
Im Moment befinden wir uns bereits am Abflugsort Lima und starten naechste Woche schon wieder heim. Am Freitag den 09. Juli landen wir vormittags in Muenchen. Aber keine Angst, ein Artikel kommt noch:)
Vergesst auch dieses Mal das Album (und die Kommentare :) ) nicht!
Liebe Gruesse aus Peru, Lena & Barni